Auf der Seite der Initiative „Offensive“ ist folgende Erklärung zu finden, die ich von ganzem Herzen unterstütze.

Ich wünschen ihnen sehr, daß es ihnen nicht so ergeht, wie meinen ehemaligen Kollegen bei Heidelberger in Kiel, wo wir auch für den Erhalt der Arbeitsplätze streikten und leider nicht mehr als eine Beschäftigungsgesellschaft, sprich eine verzögerte Arbeitslosigkeit für sehr viele Kollegen, erreichten.

Hier ist der Text der Bochumer Erklärung:

Es ist Zeit, gemeinsam aufzustehen!

Bochumer Erklärung vom Juli 2014

Wir nehmen nicht kampflos hin, dass im Ruhrgebiet Zehntausende Arbeitsplätze vernichtet werden. Damit würde die Zukunft unserer Region der Profitgier einiger Monopolkonzerne geopfert! Wir treten ein für den gemeinsamen Kampf aller Belegschaften im Ruhrgebiet – ob bei Opel, Outokumpu, Johnson Controls oder auf Auguste Victoria.

Vertrauen wir auf unsere eigene Stärke!

Längst haben die Medien den Abgesang auf unsere Arbeitsplätze angestimmt, während wir aber noch jeden Tag produzieren! Regierungspolitiker wie Ministerpräsidentin Kraft, die sich vor Kurzem noch mit Solidaritätsversprechen in Szene setzten, haben uns längst öffentlich fallen gelassen. Selbst manche Funktionäre unserer eigenen Gewerkschaften rechtfertigen ihre Kapitulation vor der scheinbaren Übermacht der Konzerne mit der verheerenden Losung „Mehr war nicht drin“ – als hätten wir schon alle Register des Kampfs gezogen!

Wir brauchen Gewerkschaften als Kampforganisationen

für unsere Rechte und Interessen – nicht als Co-Manager der Konzerne! Lasst uns gemeinsam kämpfen, anstatt alleine und gespalten unterzugehen! Statt Arbeitsplatzvernichtung und Werkschließungen:

Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Die Richtungsentscheidung, vor der wir stehen, beschränkt sich nicht auf Arbeitsplätze. Die gleichen Konzerne sind bereit, in ihrer Gier nach Maximalprofit die Umwelt zu zerstören und die öffentlichen Haushalte zu ruinieren. Durch die Schließung der letzten Zechen wollen sie die Voraussetzung für Fracking (Förderung von Schiefergas) schaffen, das unser Grundwasser verseucht. Die geplanten Entlassungen bei BoschRexroth in Witten sind Ergebnis einer Politik, die im Auftrag der Energiekonzerne erneuerbare Energien zurückfährt.

Als Arbeiter und Gewerkschafter kann es uns nicht allein um unsere Arbeitsplätze gehen.

Lasst uns aufstehen gegen die Verursacher von Massenarbeitslosigkeit und Umweltzerstörung! Gegen eine Politik, die

Arbeit und Umweltschutz im Interesse der Profite gegeneinander ausspielen will!

Wir stehen nicht allein!

Mit einem revierweiten Aktionstag im September in Bochum wollen wir ein klares Zeichen setzen – als ersten Schritt für unseren gemeinsamen Kampf. Die gewerkschaftlichen Protestaktionen und selbständigen Streiks der letzten Monate bei Opel oder Johnson Controls sind der richtige Weg, den wir konsequent weiter gehen müssen! Wir verpflichten uns zur gegenseitigen Unterstützung im Kampf um unsere Arbeitsplätze, zur gegenseitigen Solidarität und zur Ablehnung jeder Art von Streikbruch! Wir treten ein für ein vollständiges gesetzliches Streikrecht.

Wenn wir als Automobilarbeiter, Stahlarbeiter und Bergleute unsere Kräfte bündeln, auf die Solidarität der Menschen im Ruhrgebiet vertrauen und gemeinsam den Kampf aufnehmen – dann sind wir stark genug, unseren Kampf zu gewinnen!