Bis die Nazis die Barbarei zur Staatsform erhoben, war Deutschland das „Land der Dichter und Denker“.

Immanuel Kant war einer von ihnen. Und würde sich – seinen eigenen Lehren folgend – angewidert gegen die Renaissance von staatlich institutionalisiertem Rassismus vor allem gegenüber Flüchtlingen stellen.

Kant ging vom Menschen als freies, vernünftiges Wesen aus. Das bedeutet natürlich: selber denken! Die Verantwortung für’s Denken nicht an einen Gott, die Bildzeitung oder die Bundesregierung abgeben.

Ob ein Maxime moralisch in Ordnung ist, hängt nach Kant davon ab, ob sie als allgemeingültiges Prinzip okay wäre. Wäre es gut, wenn sich alle Menschen immer und überall entsprechend dieser Maxime verhalten würden? Wenn ja, ist gut. Wenn nein, sollte man sich diese Maxime nicht zu eigen machen.

Die meisten kennen das von ihren Eltern: Was, wenn das jeder machen würde? Hat oft genervt, aber Recht hatten sie ja auch oft – es sei denn, die Welt würde besser, bunter, freier, lustiger, wenn das jeder machen würde!

Der Kolonialismus früher und der Imperialismus heute haben die Ursachen für die weltweiten Flüchtlingsbewegungen geschaffen. Extreme Ausbeutung, Unterdrückung und Armut, Hunger, zerstörte Umwelt, Krieg, Elend und Unterdrückung lassen die Menschen flüchten.

Unter dem Druck der überwältigenden Hilfsbereitschaft der Bevölkerung hat die Merkel-Regierung sich 2015 diesem „Kant’schen“ Trend angeschlossen. Kant war ein Gegner der Ausbeutung anderer Länder (es war die Zeit des Kolonialismus) und forderte ein freies Weltbürgertum.

Inzwischen werden die Flüchtlinge – so sie es überhaupt hierher geschafft haben – zunehmend getthomäßig kaserniert, stigmatisiert, in die Enge getrieben und unter dem Jubel von Bundesministern abgeschoben.

Inzwischen überbieten sich die Regierungen gegenseitig darin, die Flüchtlinge an den „Außengrenzen“ (wie heuchlerisch ist da eigentlich die EU-offizielle Kritik am Trump’schen Isolationismus?) abzuwehren und schließlich auch elendig im Mittelmeer ertrinken zu lassen.

Der aktuelle Trend geht dahin, die Immigranten danach zu beurteilen, ob sie der jeweiligen nationalen Wirtschaft mit ihrer Ausbildung und Arbeitskraft zu mehr Profit verhelfen können. Das sind dann die Guten.
Die „Schlechten“ sind dann die, die mit Analphabetismus und Armut am schwersten die Folgen der neokolonialistischen Ausbeutung tragen – und werden dafür am härtesten bestraft. Mit Ablehnung, Kasernierung, Rassismus, Abschiebung, Tod auf dem Mittelmeer.

Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte!

Nehmen wir mal an, das Kant’sche Prinzip „Handle so, daß die Maxime …“ würde auch für diejenigen gelten, die es Leuten wie „Ärzte ohne Grenzen“ verbieten wollen, Flüchtlinge aus Lebensgefahr auf ihr Schiff zu retten.
Ob diese Leute dann freiwillig auf ihre Privilegien oder gar ihr Leben verzichten wollten, wenn wir ihre Herrschaft beenden und echte Demokratie erringen?