Photo by Matteo Paganelli

Was ist in Chemnitz passiert? Was hier losbrach, ist typisch für die Faschisten. Sie putschen alle Themen hoch, bei denen irgendein Ausländer beteiligt ist. Hauptsache, es wird eine riesen Hetzkampagne losgetreten. Sie suchen sich solche Ereignisse gezielt raus. Sogenannte politische Hotspots, die dann mit und in den Medien hochgeschaukelt werden. Ich erinnere an die Kölner Silvesternacht 2015.
Ich erinnere auch geschichtlich an den Reichstagsbrand im März 1933. Da wurde der Reichstag in Berlin von den Faschisten selber angezündet. Mit diesem Reichstagsbrand wurden dann die faschistischen  Maßnahmen gerechtfertigt. Ausgehend von diesem Brand sind damals die ersten Leute ins Konzentrationslager verschleppt worden; das waren zunächst nur die Kommunisten. Ausgehend davon wurde die ganze faschistische Gesetzgebung in Gang gesetzt. Dafür musste erstmal die Bevölkerung gewonnen werden, indem man so eine Show abzog.

Wir dürfen uns nicht manipulieren lassen. Die größte derzeitige Manipulation der Gefühle der Menschen tut so, als wären die Flüchtlinge die größte Gefahr. Die größte Gefahr, die ich sehe, ist die Diktatur, die die Monopole bei uns, die Herrschenden, die kapitalistischen Großkonzerne über die ganze Gesellschaft errichtet haben.

Dass die Arbeitsbelastung immer weiter wächst, dass viele Leute auf der Welt nicht mehr wissen, wie sie weiter leben sollen. Die ganze Hetze gegen Ausländer, Migranten und Flüchtlinge ist nichts anderes als ein Ablenkungsmanöver. Wir erleben eine Riesenumverteilung zu Lasten der Arbeiterklasse, der Angestellten, Arbeitslosen und Rentner zugunsten der Monopole. Dafür muss irgendein Sündenbock her.

Wenn man alle Menschen mit Migrationshintergrund loswerden will, müsste man das ganze Ruhrgebiet ausweisen. Wenn du da fünf Generationen zurückgehst, sind 90 Prozent Einwanderer. Über die Hälfte der Ruhrgebietseinwohner stammen ursprünglich aus Polen, von den Masuren. Oder die Spanier, die Portugiesen, die Griechen, die Türken – sie alle haben das Ruhrgebiet bereichert. Das ist ein wunderbarer Schmelztiegel verschiedener Traditionen. Das ist die Arbeitereinheit, das ist das, was das Ruhrgebiet auszeichnet.
Diese Solidarität lassen wir uns weder durch die Hetzparolen von Medien und Konzernen, noch von den Faschisten kaputtmachen. Für uns ist jeder Mensch gleichberechtigt. Ich habe eine kommunistische Weltanschauung, da gibt es keine Menschen erster und zweiter Klasse.

Hoch die internationale Solidarität! Das ist unsere Losung.

(Beitrag von Stefan Engel, MLPD, auf der Gelsenkirchener Montagsdemo, 3. September 2018)